Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Viele Frauen leiden während der Schwangerschaft unter Kopfschmerzen. Die Gründe dafür sind nicht ganz geklärt: Als Nummer eins gilt die hormonelle Umstellung, jedoch auch Stress, schlechter Schlaf, Umstellungen von Gewohnheiten wie der Verzicht auf Koffein und Zigaretten sowie psychische Ursachen wie Ängste werden als mögliche Ursachen diskutiert. Dazu kommt, dass Medikamente während der Schwangerschaft generell problematisch sind und der schnelle Griff zur Kopfschmerztablette nicht in Frage kommt. Es gibt jedoch Tricks und Hausmittel, die auch in der Schwangerschaft Linderung verschaffen.

Präeklampsie und Sinusvenenthrombose: gefährliche Komplikationen

Die meisten Kopfschmerzen in der Schwangerschaft sind harmlos, sie können jedoch auch Anzeichen für ernste Erkrankungen sein: Neue, ungewohnte und starke Kopfschmerzen können auf einen Schwangerschaftshochdruck hinweisen, der als Symptom einer Präeklampsie auftritt. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus hohem Blutdruck, Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) und dem Verlust von Eiweiß über die Niere. Diese Erkrankung ist eine Vorstufe zur Eklampsie, die mit lebensgefährlichen Krampfanfällen einhergeht, und muss unbedingt ärztlich behandelt werden.

Auch die gefürchtete Sinusvenenthrombose kommt in der Schwangerschaft gehäuft vor. Dabei bildet sich ein Blutgerinnsel in einem der venösen Abflusswege des Gehirns. Hauptsymptom ist ein diffuser, dumpf-drückender Kopfschmerz, der langsam zunimmt. Mit Fortschreiten der Erkrankung kommen Wesensveränderungen, Sehstörungen, Lähmungen und epileptische Anfälle dazu. Durch den Hirndruck führt die Erkrankung schließlich zum Tod. Die Sinusvenenthrombose ist nicht leicht zu erkennen, die Diagnose wird durch bildgebende Verfahren wie die Kernspintomografie gestellt. Bei rechtzeitiger Behandlung ist die Prognose gut.

Kopfschmerzen in der Schwangerschaft: was tun?

Wer bei harmlosen Kopfschmerzen einfach einmal zu einem Aspirin greift, steht in der Schwangerschaft vor einem Problem: Medikamente sollten vermieden werden. Selbst eine so gebräuchliche Pille wie eine Aspirin Tablette kann in der Schwangerschaft problematisch sein: Aspirin kann − dosisabhängig − ab der 28. Schwangerschaftswoche dazu führen, dass sich der Ductus arteriosus Bottalli, das ist ein kindliches Hilfsgefäß zwischen Hauptschlagader und Lungenarterie, zu früh verschließt. Als ungefährlich für das Kind gilt Paracetamol. Generell sollten Medikamente in der Schwangerschaft immer in Absprache mit dem Arzt genommen werden.

In der Schwangerschaft sind nicht medikamentöse Therapien das Mittel der Wahl: Entspannungsmethoden, Massagen und kühle Kompressen können Linderung schaffen. Ein erprobtes Hausmittel ist Pfefferminzöl, das in die Schläfen einmassiert, wahre Wunder wirkt. Wichtig ist auch, sich zu überlegen, was die Ursache für die Schmerzen sein kann und das Problem an der Wurzel zu bekämpfen: Stress, Schlafmangel, Streit oder Sorgen sind ohnehin keine gute Vorbereitung für die Geburt.

Kopfschmerzen können in der Schwangerschaft auch besser werden!

Eine gute Nachricht gibt es für Frauen, die häufig unter Migräne leiden: Migräne kann während der Schwangerschaft auch besser werden oder ganz aussetzen. Das gilt insbesondere für Frauen, deren Migräne mit dem Menstruationszyklus verbunden ist. Leider ist die Erlösung von diesen quälenden Schmerzen nicht von Dauer: Nach der Geburt kehren die Kopfschmerzen in der Schwangerschaft (die Migräne) meistens zurück.

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Ein Kommentar zu “Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

  1. Ich hatte wegen meinen Migränen sogar Probleme in der Beziehung, da ich auf Dauer reizbar, streitlustig und schlecht gelaunt war. Mein Partner und ich haben uns durch die ganze Schwangerschaft gestritten und ich frage mich, ob dies einen Effekt auf das Baby haben kann. Ich hab auf http://www.psycheplus.de/beratung nach einem Psychotherapeut gesucht und ihn angerufen, weil die Situation echt unangenehm war und ich schon angefangen hatte, schlechte Gefühle gegenüber ihm zu haben. Ich will mich nicht von ihm trennen aber jetzt ist mein Baby das wichtigste und möchte auch nicht dass es in so einer Atmosphäre aufwächst.
    Die Beratung half mir sehr viel, vor allem umzu lernen, wie ich anders auf die Kopfschmerzen reagieren kann und wie ich es anders audrücken kann, damit ich keine Streit anfange und keinen Stress mache. LG. Juli

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