Autogenes Training bei Kopfschmerzen

Das Autogene Training ist ein Entspannungsverfahren, das in der Behandlung und Vorbeugung von Schmerzzuständen eine bedeutsame Rolle spielt. Besonders wirksam ist das Autogene Training bei Kopfschmerzen: Bei vielen Arten von Kopfschmerzen verstärkt Stress die Schmerzwahrnehmung, bisweilen ist Stress auch die Ursache von Kopfschmerz. Besonders eng ist der Zusammenhang zwischen Stress und Schmerz bei Spannungskopfschmerzen, die mit Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich in Verbindung gebracht werden. Entspannungsmethoden sind wichtige Elemente jedes Stressmanagements.

Entspannungsverfahren bei Kopfschmerzen

Entspannungsverfahren wirken den körperlichen und psychischen Folgen von Stress direkt entgegen: Blutdruck, Puls und Atemfrequenz sinken, der Atem wird tiefer und − bei Kopfschmerzen besonders wichtig − die Muskelspannung reduziert sich. Auf psychischer Ebene stellt sich sehr schnell ein Zustand des Wohlbefindens ein. Genauso wichtig sind jedoch die Langzeiteffekte: Menschen, die regelmäßig Entspannungsverfahren anwenden, berichten über besseren Schlaf, eine größere Gelassenheit und eine bessere Selbstregulation. Damit können Stress hervorrufende Situationen leichter gemeistert werden.

Entspannungsverfahren sind in der Vorbeugung und Behandlung von Kopfschmerzen doppelt nützlich: Bei Kopfschmerzen, die direkt durch Stress hervorgerufen oder verstärkt werden, können sie unmittelbar und schnell eine Schmerzlinderung hervorrufen. Zudem haben sie einen vorbeugenden Langzeiteffekt: Wer im Alltag besser mit Stress umgehen kann, leidet seltener unter durch Stress getriggerten Schmerzen und anderen körperlichen Beschwerden. In Programmen für Menschen mit chronischen und wiederkehrenden Schmerzen bilden Entspannungsverfahren deshalb einen unverzichtbaren Baustein.

Autogenes Training: Was ist das?

Das Autogene Training wurde 1926 von Johannes Heinrich Schultz entwickelt und gehört heute zu den beliebtesten und am leichtesten zu erlernenden Entspannungsverfahren. Es ist wissenschaftlich erprobt und wird bei einer Reihe körperlicher Beschwerden erfolgreich angewandt. Das Autogene Training wurde aus der Hypnose entwickelt und beruht auf dem Prinzip der Auto-Suggestion: In der Grundstufe verwendet der Übende auf den Körper bezogene Suggestionen, um einen Entspannungszustand hervorzurufen.

Die Übungen der Grundstufe können in der Mittelstufe durch zielgerichtete Vorsatzformeln ergänzt werden, die Verhaltensweisen und körperliche Reaktionen über die Übungssituation hinaus verbessern. Eine Vorsatzformel für Menschen, die in Prüfungssituationen sehr nervös werden, könnte zum Beispiel sein: “Ich bleibe ruhig und gelassen.” Beliebte Vorsatzformeln bei Kopfschmerzen sind: “Kopfdruck wie weggeblasen” oder “Kopf völlig frei”.

Für wen ist Autogenes Training bei Kopfschmerzen geeignet?

Wie jede Behandlungsmethode kann auch das Autogene Training unerwünschte Wirkungen hervorrufen: Für Menschen mit starken Angststörungen und traumatischen Erfahrungen wird das Autogene Training nur bedingt empfohlen, da in der Entspannung Ängste aktiviert werden können. Diese Personen sollten das Autogene Training nur unter spezieller psychologischer Betreuung erlernen. Für Personen mit akuten Psychosen und Wahnvorstellungen ist das Autogene Training nicht geeignet. Für viele Menschen ist das Autogene Training bei Kopfschmerzen jedoch ein gesundes und bewährtes Verfahren, Schmerzen zu lindern und auch so manchen Griff zur Tablette zu vermeiden.

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3 Kommentare zu “Autogenes Training bei Kopfschmerzen

  1. Hey! Vielen Dank für diesen Beitrag! Ich hab schon etwas davon gehört und hab sogar versucht, dadurch aufhören zu rauchen. Mein Versuch war aber nicht erfolgreich. Ich denke, dass das nur mit professioneller Begleitung schaffbar ist. Vor kurzem hab ich ebenfalls gelesen, dass Meditation gegen Süchte und Ängste wirksam ist. Ist das wirklich so?
    Letzte Woche rief ich bei https://www.psycheplus.de/Beratung einen Psychotherapeut an, um nach Rat zu fragen. Bisher bin ich nicht ganz überzeugt. Ich werde die kommende Woche mit den Tipps anfangen, mal sehen ob ich es diesmal schaffe. Am sonsten sind Vorschläge und andere Tipps willkommen! Wo kann man das autogene-Training erlernen? LG.

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    • Hallo Myriam,
      was man berücksichtigen muss, sind die Erkenntnisse aus der Hirnforschung. Dass das Suchtmittel nämlich eine Belohnung darstellt (und das dafür zuständige Hirnareal anspricht und Glückshormone freisetzt). Deshalb steigt die Chance auf Erfolg beim Entzug drastisch, wenn man das Vakuum (der nun fehlenden Belohnung) duch etwas anderes ersetzt. D.h. sich also eine Belohnung überlegen, die beim Erreichen des Ziels fällig wird. – Ausserdem ist es einfacher, wenn man den Entzug mit jemandem zusammen durchzieht. Der innere Schweinehund hat dann weniger zu sagen. – Was das Autogene Training angeht, habe ich Dir einen guten Artikel: http://kopfschmerzen-hausmittel.com/l6mm

      Ich wünsche Dir viel Erfolg!

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      • Vielen Dank Herr Fuchs. Das mit jemandem zusammen aufzuhören finde ich ja sehr clever. Ich muss noch meinen Freund überzeugen (er schafft es auch nicht, vielleicht hat doch damit zu tun, dass wir zusammen wohnen und bis jetzt nicht gleichzeitig aufgehört haben) und das wird bestimmt für beide eine sehr gute Motivation sein. LG, Myriam

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